Beautybasics, Beautytip, How to...

Haare waschen – einfach oder Wissenschaft ?

Wir alle tun es regelmäßig und von Kindesbeinen an. Die Meisten von uns haben es von Mutti gelernt, andere vielleicht von Oma. Es wird sich darüber belesen und gegoogelt, aber keiner traut sich genauer nachzufragen. Das Thema scheint zu simpel und doch ist es entscheidend für unser tägliches Wohlbefinden.

Das Haare waschen!

Wie jetzt? Darüber schreibe ich jetzt wirklich einen Artikel? Ja! Und ich meine ihn auch ernst! Denn so einfach das Thema Haarwäsche erscheint, so viele Fehler werden hier jeden Tag in den Badezimmern dieser Welt gemacht. Ab morgen dann hoffentlich nicht mehr in Deinem :P.

Shampoonieren, Pflegen, Ausspülen; all das erscheint so banal. Nicht nur für Dich, auch für den Friseur ist es irgendwie selbstverständlich, dass Du weißt wie Haare waschen funktioniert. Aber was ist eigentlich besser? Conditioner oder Treatment? Heiß oder kalt? Einmal die Woche oder jeden Tag?

Jeder Kopf ist anders und benötigt eine passende Produktkombination um DAS Haargefühl wie beim Friseur (und ich weiß genau, dass du dieses Gefühl kennst) zu erhalten.

Es ist also an uns Friseuren Dir dieses Wissen weiter zu geben und Dich mit den perfekten Produktempfehlungen zu versorgen. Im optimal Fall kaufst Du dann auch im Salon und unterstützt deinen Haarkünstler. Denn wo bekommst du definitiv KEINE individuelle Beratung? Richtig, in der Drogerie oder im Internet :P.

Aber jetzt mal auf Anfang und warum diese Thema mich so beschäftigt.

Erst kürzlich hab ich mit meiner Mutter telefoniert und sie hat mir aus ihrem Arbeitsalltag berichtet. In einem Team mit mehreren Frauen kommt das Thema Haare irgendwann auf den Tisch. Und tatsächlich , ganz aktuell und heimlich, das Haare waschen.

Jeder packte allerdings seine witzigsten Geschichten und Erfahrungen aus, nicht aber die Wichtigen um die es hier und heute geht. Die meiner Mutter beläuft sich auf eine Empfehlung mit Ei. Ja richtig, Hühnerei! Da früher in der DDR nicht immer alles so leicht erhältlich war, mussten die Frauen oft auf verschiedene Hausmittelchen zurück greifen. Der Trick hier; das Haar wird shampooniert und anschließend wird EIGELB eingeknetet und nach kurzer Einwirkzeit wieder ausgespült. Ich betone nicht umsonst Eigelb so stark. Meine Mutter jedoch erinnerte sich ausschließlich an Ei. Und genau das ist auch auf ihrem Kopf gelandet. Ein ganzes rohes Ei. Blöd nur, dass Eiweiß nicht so vorteilhaft für das Haar ist, sondern verklebt und zu einer wunderbaren Geruchsbildung führt. :D. Es waren im Anschluss also mehrere Waschgänge über diverse Tage nötig um den zarten Eigeruch aus ihrem Haar zu entfernen. Ich hab mich natürlich gekugelt vor lachen, wie sie die Story in den Hörer plapperte. Doch in der Gruppe müssen mehrere Experimente stattgefunden haben und viele davon helfen tatsächlich.

Gut erprobte Hausmittelchen sind zum Beispiel :

Pflegen mit Kokosöl –> Du nimmst reines Kokosöl und verteilst es in Deinen trockenen oder leicht angefeuchteten Haaren. Lass es gut über ein paar Stunden oder über Nacht einwirken. Anschließend shampoonierst Du Dein Haar und pflegst wie gewohnt. Dein Haar wird seidig weich und bekommt einen fantastischen Glanz. Ganz nebenbei sind Dir Deine ausgelaugten Spitzen sehr dankbar. Für mich ist es DER Beautytip für einen Strandurlaub. Morgens Kokos in die Haare, zwei Zöpfe oder ein Dödel und ab an den Strand. Abends wäschst Du Deine Haare und sogar Ariel ist neidisch auf deine Mähne.

Aloe Vera — > Diese Wunderpflanze gibt extrem viel Feuchtigkeit und sorgt für maximalen Glanz. Du schabst das Fruchtfleisch aus den Blättern und mixt die gelartige Masse durch. Auch dieses Mittelchen wird einige Stunden vor dem regulären Waschen aufgetragen. Wenn Du zu viel gemixt hast packst du den erst einfach als Maske in dein Gesicht und genießt die babyweiche Haut danach.

Mein persönlicher Favorit ist ein Mix aus beidem <3. Gerade meine langen und etwas strapazierten Haare lieben diese Wellnessauszeit.

Kommentier doch einfach unten, welche Hausmittelchen Du noch kennst! Gerne mache ich dann mal einen ganzen Artikel nur über dieses Thema.

Heute soll es allerdings um das Thema „Haare waschen“ im Allgemeinen gehen.

Oben hast Du ja bereits lesen können, dass ich die Hausmittelchen vor dem regulären Waschen empfehle. Doch was heißt eigentlich reguläres Waschen ?

Shampoo drauf und los ?! STOOOOP!

Der richtige Ablauf :

  1. Mach Deine Haare gründlich nass und genieße den Moment.
  2. Jetzt nimmst Du eine kleine Menge (ca. 1-2 Euro-Stück groß) Deines Shampoos und gibst es auf Deine Handfläche. Mach bloß nicht den Fehler diesen wohlriechenden Klecks einfach auf deinem Oberkopf zu verteilen. Sondern lege Deine Hände zusammen und emulgiere das Shampoo leicht auf. So entsteht schon ein leichter Schaum und die Wirkstoffe können sich entfalten.
  3. Ab auf den Kopf! Aber Achtung :P, nicht einfach oben drauf. Du hast den Schaum ja bereits in beiden Händen. Jetzt legst Du Deine Hände auf Deinen Oberkopf, an die Seiten und in den Nacken. So verteilst Du das Shampoo gleichmäßig auf dem Kopf und kannst nun eine sanfte Kopfmassage mit den Fingerspitzen beginnen. Du wirst merken, die Schaumverteilung ist viel effektiver und oft reicht so auch nur ein Waschgang. Hast du länger nicht gewaschen ? Dann mach lieber 2 :).
  4. Speziell für meine Langhaar-Ladys. Deine Längen und Spitzen möchten auch sanft gereinigt werden. Also nimm nicht das ganze Haar nach oben und kraule ein Haarknäuel auf deinem Kopf zusammen. Wenn Du Deine Ansätze gut shampooniert hast streichst Du den Schaum einfach in die Längen und drückst diese leicht zum Reinigen. Das reicht tatsächlich aus.
  5. Ausspülen! Warm oder kalt? Ganz ehrlich, so lange Du dir nicht Deine Kopfhaut verkühlst oder verbrühst ist das so ziemlich egal. Es wird keinen Einfluss auf deine Haarfarbe oder den Glanz haben. Mach Dir Deinen Ausspülvorgang lieber zum Wellnessprogramm. Wichtig ist das Shampoo wirklich gründlich auszuspülen!
  6. Ein Punkt der nicht bei jeder Haarwäsche zum tragen kommt. Die Haarkur oder schöner ausgedrückt, das Treatment. Dieses ist dazu gedacht Deine Haarstruktur von Innen nach Außen aufzubauen. Je nach Art und Wirkungsweise gibt es Deinem Haar Keratin / Proteine ( Sprungkraft und Aufbau), Feuchtigkeit ( Glanz, Formbarkeit) oder oft auch beides. Für jedes Haar gibt es das perfekte Treatment und jedes Haar sollte regelmäßig so gepflegt werden. Du hast Dein Haar am besten ausgewrungen oder leicht mit dem Handtuch getrocknet bevor Du das Treatment aufträgst. Je nach Haarlänge ist das eine Menge von 2 Euro-Stück bis Wallnuss groß. An der Spitze beginnend, arbeitest Du nun das Treatment in Deine Haare ein. Dein Ansatz benötigt keine Haarkur :). Wenn Du viel Haar hast lohnt sich ein sehr breitgezinkter weicher Kamm (Detangler Kamm) um das Treatment gleichmäßig zu verteilen. Lass das Ganze ein paar Minuten einwirken. Ich nutze diese Zeit immer für ein kleines Glas Wein und eine Folge auf Netflix :), wenn es schneller gehen muss reichen aber auch ein paar Minuten unter der Dusche. Klare Empfehlung 😛 –> Zähne putzen oder Beine rasieren während der Wartezeit 😀 … Jetzt wird das Ganze ausgespült. Du gehst dafür immer wieder gut durch Deine Haare um das Wasser beim Spülen auch an alle Stellen gelangen zu lassen. Wenn Du das Gefühl hast, es ist wirklich nichts mehr im Haar, dann spül nochmal kurz weiter. So vermeidest Du eine beschwerende Wirkung. … Wie oft ist ein Treatment notwenig? Ehrlich? Frag Deinen Friseur! Bei einem ist es jede Woche einmal, beim anderen einmal im Monat. Dein Friseur hat deine Haare in der Hand und kann Dir genau Tipps für die perfekte Pflege geben.
  7. Nach dem Treatment, welches ja optional ist , folgt der Conditioner, die Pflege oder auch Spülung. Dieser Step ist dafür gedacht Dein Haar von außen aufzubauen und zu versiegeln. In der Fachsprache nennt sich das, Adstringieren. Das heißt, dass Haar wird zusammengezogen. Dadurch entsteht eine Menge Glanz. Du kannst Dir Dein Haar wie einen Tannenzapfen vorstellen. Wenn der schön geschlossen ist, glänzt und schimmert er. Gehst Du mit deinen Fingern der Struktur entlang fühlt er sich ganz glatt an. Wird der Zapfen aber aufgerieben, geht der Glanz verloren. So sieht auch die äußere Schicht Deines Haares, die Schuppenschicht, aus. Ist diese also geschlossen, glänzt dein Haar. Außerdem strahlt deine Haarfarbe und hat eine fantastische Haltbarkeit. Ist die Schuppenschicht aber offen, wirkt Dein Haar eher stumpf und Deine Coloration hat nicht die optimale Haltbarkeit. Du merkst, ein Conditioner ist Pflicht! Nach wirklich jeder Haarwäsche! Du schließt ja auch nicht nur Ab und Zu deine Haustür ab, oder? … Vom Conditioner gibst Du eine 1-2 Euro-Stück große Menge auf deine Handfläche und emulgierst diese wieder mit beiden Händen auf. An der Spitze beginnend trägst Du nun den Conditioner auf dem gesamten Haar auf. Achtung! Wie beim Treatment gilt; Deine Ansätze brauchen keinen Conditioner :). Bei langen Haaren lohnt es sich alles gleichmäßig mit Hilfe eines Detangler Kamms zu verteilen. Nach einer Einwirkzeit von ca. 1-2 Minuten spülst Du die Pflege aus Deinen Haaren aus. Bitte spüle gründlich und wenn Du das Gefühl hast, dass alles raus ist… Spül nochmal nach. Dein Haar darf sich ruhig etwas rau anfühlen nach der Wäsche. Solltest Du es also gewohnt sein, dass sich Dein Haar nach dem Conditioner immer sooooo seidig anfühlt und Du deswegen sehr zeitig mit dem Spülen aufhörst, dann ist das eindeutig zu kurz! Ist das der Fall hast Du bestimmt auch oft Probleme mit schnell nach fettenden Haaren oder nicht vorhandenem Volumen. Die Lösung ist so einfach ! Und sie heißt nicht: “ Ich nehm den Conditioner halt nur alle paar Mal.“ sondern : “ Aha, ab jetzt spüle ich einfach länger meine Pflege aus.“

Klingt doch umsetzbar, oder? Oft sind es die Kleinigkeiten, die zu einem fantastischen Wascherlebnis führen. Das gilt auch für zu Hause.

Zwei kleine Beautytipps verbergen sich noch in diesem Beitrag :). Und beide hängen einfach soooo nah mit dem Thema Haare waschen zusammen, dass ich sie Dir auf keinen Fall verschweigen möchte.

Wenn Du jetzt also erfolgreich und entspannt Deine Haare gereinigt hast und grazil aus der Dusche steigst…Greifst Du zu einem Handtuch und…?  Rubbelst jetzt hoffentlich nicht an Deinen Haaren um sie schneller trocknen zu lassen. Absoluter Spliss- und Haarbruchalarm! Wickel lieber das Handtuch sanft um Deine Haare und drücke die restliche Nässe heraus. Super sind auch Mikrofaserhandtücher oder einfach ein aussortiertes Baumwolle-Shirt.

Der zweite und auch letzte Beautytip für heute dreht sich darum wie Du Deine Haar am besten nach der Wäsche entwirrst. Oft höre ich, dass das tatsächlich mit einem fein gezinktem Kamm passiert. Wenn Du kurze Haare hast ist das auch Deine Lösung. Sind deine Haare aber über kinnlang, dann greife auf jeden Fall zu einer Stylingbürste oder einer Puddlebrush (große flache Bürste). Diese Bürsten haben runde Noppen auf dem weichen Kissen und geben leicht nach. Je enger die Borsten zusammenstehen um so mehr Spannung bekommst Du auf Dein Haar. Frag doch mal Deinen Friseur, welche Bürste er Dir empfehlen kann.

Ich nutze die Puddle-Brush und die Sculpting-Brush von Paul Mitchell (*Werbung unbezahlt) um meine Mähne zu bändigen :).

Haare waschen – super simpel! Ab heute weißt Du auf jeden Fall genau wie es funktioniert. Kommentier gerne ob der Beitrag Dir geholfen hat und welche Themen Dir auf dem Herzen liegen.

Ich wünsche Dir viel Spaß bei Deiner Haarpflege und verabschiede mich bis ganz bald,

logog 2

Deine Annemarie :*

9 Gedanken zu „Haare waschen – einfach oder Wissenschaft ?“

  1. Huhu, vielen Dank für deinen Beitrag! Bei meinen langen Haaren ist Pflege wirklich das A und O 😅 aber jetzt noch mal eine kleine Frage.. muss ich den Conditioner auch noch NACH dem Treatment auf mein Haar geben? Liebe Grüße 😘

    Liken

    1. Hey Romy, danke für deine lieben Worte :). Tatsächlich macht es Sinn nach den meisten Treatments einen Conditioner aufzutragen. Das Treatment wirkt im Haar und der Conditioner verschließt das Haar. Das ist also wie, wenn Du den Kühlschrank füllst, anschließend machst Du ja auch die Tür zu :). Es gibt Treatments auf dem Markt, die so hergestellt sind, dass Du keinen Conditioner anschließend benötigst. Hier wird Dir dein Friseur auf jeden Fall weiter helfen können :P.
      Ganz liebe Grüße, Annemarie :*

      Liken

  2. Hei Annemarie 🙂
    Ich musste soo lachen, denn genauso, wie du das falsche shampoonieren beschreibst, lief das vor meiner Lehrzeit bei mir ab 😀 😀

    Mir würde noch einfallen, dass man ganz am Ende noch mal mit Apfelessig spült. Der Geruch dürfte aber nicht sooo der Renner sein :‘D

    Liebe Grüße und bis zur nächsten Coloristen-Woche. Wenn auch nur Donnerstag und Freitag :((

    Frederike :*

    Liken

  3. Ich komme ganz gut mit der Haarseife von lush klar. Ich bin normalerweise auch eher der Typ literweise Shampoo zu verwenden, weil viel hilft ja viel- ggrrrrr und mit der Shampoo Seife geht das besser finde ich.

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.