Haarfarbe, Hinter den Kulissen

So bekommst Du das perfekte Blond ! – Märchen oder Know-How?

 

Es war einmal ein wunderschönes Mädchen mit wallendem blonden Haar, welches ihr wirklich sehr viel bedeutete. Sie tanzte wild durch die Menschen und ihr Haar wirbelte glitzernd durch die Luft. Als sie sich umdrehte stand auf einmal eine Zauberin vor ihr; deren pechschwarzes Haar, streng zusammengenommen, ihren ernsten Gesichtsausdruck unterstrich. Die Zauberin sprach: “ Ich kann Dein Haar noch viel schöner und glänzender erscheinen lassen! Aber der Preis ist hoch!“ Und das Mädchen antwortete: „Ja aber genau so einen Zauber suche ich gerade, es ist wieder Zeit! Auf keinen Fall sollen meine Haare zu Stroh werden! Liebe Zauberin, was ist der Preis?“ …

Wer jetzt denkt, dass das arme Mädchen ihren Erstgeborenen versprechen musste, ist wirklich ziemlich fit im Thema Märchen :).

Dies ist allerdings kein Märchen, sondern die Realität. Und die Zauberin bin ich. Passiert ist das Ganze auf einem Tagesfestival :). Das Mädchen ist mittlerweile eine sehr gute Freundin von mir. Aber der hohe Preis und der Zauber sind keine Fiktion. Denn oft genug kommt einem der perfekte Blondton wie ein Zauber vor. Mit Magie hat es aber wenig zu tun. Ich würde eher über Können und absolutes Fachwissen sprechen.

Und genau darum soll es heute gehen.

Sehr oft werde ich über Blond ausgefragt und als Friseurin habe ich extrem viele blonde Kundinnen, die meine Expertise zu schätzen wissen. Doch eins schockt sie am Anfang alle… und das ist der Preis! Warum also ist ein perfektes Blond denn so „teuer“? Was steckt hinter diesem Mysterium und wie behält Dein blondes Haar seinen fantastischen Glanz?

 

Wie alles begann…

Jetzt mal kein Märchen sondern richtige Historie. Der Wunsch nach blondem Haar lässt sich geschichtlich schon sehr früh feststellen. Bereits die „alten“ Römerinnen wollten unbedingt diese ganz spezielle Haarfarbe auf ihren Köpfen tragen. Dies lag vor allem an den Feldzügen ihrer Herren während denen diese die Vorzüge der blonden Germaninnen kennen lernten. Und als sich diese Begierde unter den Damen herum sprach musste ein Weg gefunden werden um das eigene Haar aufzuhellen. Zitronensaft und Kamille sollten bei Sonnenbädern helfen und führten zu einer sanften Farbveränderung. Reiche Römerinnen ließen sich sogar Goldfäden in die Haare einflechten. Doch zur vollen blonden Haarpracht gelangte so keine Einzige. Die letzte Lösung? Die versklavten Germaninnen wurden kahl rasiert und ihr Haar zu Perücken geknüpft. So konnte die blonde Magie auch auf die sonst dunkelhaarigen Römerinnen über gehen.

Heute sind wir chemisch , den Laboren sei Dank, weiter fortgeschritten und die blonden Germaninnen dürfen ihre Haare selber tragen :).

 

Die Magie

Wenn man sich die Weltbevölkerung anschaut, sind nur knapp 2%¹ von Natur aus Blond. Das ist wirklich nicht viel für eine so gehypte Haarfarbe… oder es ist genau der Grund dafür. Mehr als 42%² der färbenden Frauen allerdings wünschen sich blondes Haar oder wenigstens blonde Akzente . Und ich rede hier nicht nur vom Einheitsblond, sondern von individuellen und eleganten Nuancen, wie auch von verschiedenen Techniken (Balayage, Highlights etc.).

Eins kann man auf jeden Fall feststellen : „Blond macht süchtig!“

Denn ein Blondton kann einiges über seine Trägerin aussagen. Ist es billig oder edel; schlicht oder glamourös, einfach oder individuell?

Auch bei den Promis ist Blond gefragt. Wer kennt nicht die blonden Stilikonen wie Marilyn Monroe, Grace Kelly oder Brigitte Bardot? Deren Blond ganze Generationen inspirierte. Auch heute sorgen die Promidamen mit ihren blonden Schöpfen für Aufsehen. Meine Lieblingsbeispiele? Michelle Pfeiffer oder Jennifer Aniston, deren Blondtöne immer wieder von Kundinnen im Salon gewünscht werden.

Doch so vielschichtig die perfekte Nuancierung auch ist, so viel Know-How benötigt der Friseur auch für genau Deinen Blondton!

Denn einfach nur Blondierung drauf und warten, reicht nun mal nicht.

Aus diesen 5 magischen Bestandteilen setzt Dein Friseur Dein Märchenblond zusammen!

–> Und Nein, das geht leider nicht so einfach zu Hause 🙂

  1. Wissen, Wissen, Wissen

Weiterbildung ist Alles, vor allem beim Thema Blond. Hier kann schließlich einiges schief gehen. Blondieren und auch Hellerfärben ist ein chemischer Prozess der nicht einfach „Hex, hex“ ausgeführt wird, sondern der auch verstanden werden sollte. Unterlaufen hier Fehler, spürst Du sie direkt am eigenen Haar. Um also „Gummihaar“ oder Gelb-orange-Stiche zu vermeiden, muss man etwas tiefer in das Haar und die Chemie schauen.

Auch die neusten Techniken gehören zu diesem Thema :).

Balayage

 

Balayage, Folayage, Babylights und Highlights sind nur eine kleine Auswahl, was an Blondtechniken aktuell alles auf dem Markt ist. Und auch, wenn es dafür unendlich viele YouTube Filme gibt… ein wenig Übung und fachliche Weiterbildung gehören tatsächlich dazu. Denn nicht jedes Haar ist gleich und somit benötigt der Friseur verschiedene Wege um an Dein Wunschziel zu gelangen.

 

 

 

2. Das richtige Produkt

Blondierung ist nicht Blondierung und ab und zu nimmt der Friseur auch lieber eine Farbe. Es gibt also Blondiercremes und -pulver, -granulate und -gele. Diese können zwischen 3- 7 Tönen oder sogar noch mehr aufhellen. Die einen öffnen Dein Haar stärker, die anderen weniger stark. Der Griff zu einer Hellerfärbung oder zu einer anderen Farbtube bedarf genauso großes Know How… denn eins möchtest Du schließlich nicht!… Und das ist gelbes, kaputtes und glanzloses Haar, oder?

Um das auf jeden Fall zu vermeiden schaut sich der Profi Dein Haar genau an und macht sich eine Art Schlachtplan , wie er mit Deiner Ausgangsbasis zu Deinem Wunschziel gelangt.

Auch die Stärke des Oxidanten ist zu bedenken. Aber oh je… was ist das schon wieder? Ein Oxidant, oder im Fachjargon auch Wasserstoffperoxid, ist das was Deiner Farbe / Blondierung zugemischt werden muss, damit überhaupt eine Aufhellung oder Färbung passiert. Hier ist ein sogenannter „aktiver Sauerstoff“ enthalten, der dafür sogt, dass dein Naturpigment im Haar abgebaut wird und bei Färbungen das künstliche Pigment im Gegenzug entwickelt wird. Je nach dem wie viel von diesem „aktiven Sauerstoff“ im Oxidanten enthalten ist kann eine stärkere oder schwächere Aufhellung und Einlagerung stattfinden. Wird hier also eine falsche Entscheidung getroffen ( sorry, das passiert häufig beim Drogeriekauf, weil schon falsch in der Packung), kann auch das Deine Haarstruktur und ein schönes Ergebnis negativ beeinflussen.

3. Gut Ding will Weile haben!

Ganz ehrlich? Wer schön Blond sein will muss sitzen!

Das ist einfach die gold-blonde Regel :). Gib Deinen Naturpigmenten die Zeit sich langsam abzubauen. Deine Haarstruktur und das Ergebnis werden es Dir und Deinem Friseur danken.

Beim Punkt „Zeit“ geht es nicht nur um diese eine Behandlung. Lass Dir von Deinem Friseur erklären wie nah Du Deinem Wunsch bei einer Sitzung kommen kannst. Wenn Du also wirklich dunkel bist, oder noch dazu bereits eine dunkle Haarfarbe gefärbt hast, kann es sein, dass Du häufiger zum Friseur musst um auf „gesundem“ Weg zu Deinem Ziel zu gelangen.

Kann das ein anderer schneller? Vielleicht! Hast Du danach noch alle Haare auf dem Kopf? Vielleicht…. nicht! Gib der ganzen Sache die Zeit und die Anzahl an Sitzungen, die es benötigt und lass anschließend Dein Lächeln mit deinem Blondton um die Wette strahlen.

4. Die Veredlung – das Tüpfelchen Magie

Aufgehellt und fertig! Nein, so läuft es leider nicht ab. Und glaube mir, das wäre nicht nur Dein Wunsch, sondern auch der Deines Friseurs. Die Realität sieht anders aus. denn nach jedem Aufhellungsprozess sollte auch eine Veredlung stattfinden. Was das heißt?

Ich komme nochmals zu dem ungeliebten und oft beklagtem Gelbstich zurück. Der entsteht durch das Aufhellen der Naturgpigmente ganz automatisch. Ist das Haar nach dem Blondieren ganz ganz weiß (ohne dass am Waschbecken nochmal eine Veredlung passiert ist), dann fühlt es sich auch so leer an wie es aussieht. Ein kleiner Gelbstich ist also normal und auch vollkommen ok. Nur solltest Du damit nicht aus dem Salon gehen.

Und da kommt jetzt die Veredlung ins Spiel. Sie sorgt für die perfekte Nuancierung und gibt Deiner Blondnuancierung das persönliche Extra. Das wunderbare hierbei ist, Du kannst auch öfter mit den Nuancen spielen. Mal Icy oder Rosé, mal beige und mal Honig oder auch Apricot.

Vor allem, wenn verschiedene Nuancierungen zusammen spielen gelingt Dir mit Deinem Blond der besondere Auftritt.

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5. Die richtige Pflege

Du liebst Deinen Blondton? Du willst das er lange so bleibt? Deine Haare sollen sich geschmeidig und seidig anfühlen?

Dann verzichte nie nie nieeeemals auf eine gute Pflege.

Und die beginnt beim Shampoo, geht über ein passendes Treatment (Haarkur) bis zu einem Conditioner. –> mehr dazu hier

Und da hört der Spaß oft nicht auf. Gerade, wenn Du eine besondere Nuance trägst lohnt es sich in einen auffrischenden  Farbconditioner zu investieren. Dein Friseur kann Dir sogar dafür die richtige Nuance mischen. Alle 3-6 Haarwäschen verwendest Du ihn dann anstatt dem normalen Conditioner und lässt ihn 3-10 Minuten einwirken. So bleibt Deine Nuancierung auch bis zum nächsten Friseurbesuch frisch und einzigartig.

Was sollte noch in deinem Bad stehen? Auf jeden Fall ein Pflegeöl oder ein Strukturaufbauspray, welches im Haar bleibt und das Du morgens mal fix vor dem Bürsten in die Haare sprühen kannst.

Wenn Du viel mit dem Glätteisen oder dem Föhn unterwegs bist, lass Dir auf jeden Fall einen Hitzeschutz oder einen passenden Festiger empfehlen.

Das hört sich jetzt sehr viel an und Dein erster Gedanke ist sicherlich : „Yeahhh, ab in die Drogerie, sonst bin ich arm!“ Doch bedenke bitte, ein schönes Blond zu erstellen ist teuer, es zu erhalten sollte Dir das Gleiche Wert sein.

Dein Friseur wird bestimmt das passende Packet für Dich schnüren und ganz individuell mit Dir besprechen, was Dein Haar überhaupt benötigt.

 

Der Luxus „Blond“

Du kennst jetzt die wichtigsten Punkte hinter einem „einfach“ Blond oder „nur mal schnell“ Strähnen.  Und hast sicherlich gemerkt, dass etwas mehr als pure Zauberkraft dahinter steckt.

Eine perfekte Blondbehandlung setzt sich für den Friseur vom Aufwand her somit aus verschiedenen Komponenten zusammen. Ganz vorne dabei: Das Know-How, die Arbeitsleistung und Deine individuelle Beratung. Dazu kommt natürlich der Produktaufwand und die Dauer des Besuchs. Für DAS Blond vergehen die Stunden ohne das Du es richtig mitbekommst. Feine Strähnen können bis zu 3 Stunden dauern; für einen umwerfenden Balayage-Look können sich schnell bis zu 5 Stunden ansammeln. Und zu guter Letzt, die Kosten des Salons. Ob das jetzt die Mitarbeiter sind, die gerne etwas zu Essen im Kühlschrank haben; Miete, Strom, Wasser, Steuern (klar will das liebe Finanzamt auch was davon haben) und und und…

Je nachdem wo Dein Friseur sich angesiedelt hat, welche Qualifikationen er absolviert hat und mit welchen Produkten er arbeitet variiert die Vergütung.

Mit Preisen zwischen 90 und bis zu 400 Euro ist Deutschland aber zum Glück im Vergleich zu anderen Ländern wie den USA, Groß Britannien oder Australien noch im unteren Preisranking angesiedelt. 🙂

 

Das Geheimnis

Ich habe es oben mal kurz erwähnt, doch das Geheimnis für Dein elegantes, „Blicke-auf-sich-ziehendes“ – Blond sind die Nuancen und die Liebe zum Detail mit der gearbeitet wird. Paintings werden unterschiedlich stark aufgehellt und passend zu Deiner Gesichtsform gesetzt, Strähnen werden super fein bis zum Ansatz verblendet, die verschiedenen Nuancierungen sorgen für Lichtreflexe und Dimensionen und lassen Dein Blond und Dich edel und aufregend wirken.

 

Genieße DEIN Blond und fühl Dich gedrückt,

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Deine Annemarie

 

 

PS: Ich bin wie immer neugierig ! Schreib mir doch in die Kommentare wie viel Du für Deine Blondbehandlung im Salon zahlst? 🙂

 

 

Quelle zu 1 & 2 : Wild Beauty Colorbook

4 Gedanken zu „So bekommst Du das perfekte Blond ! – Märchen oder Know-How?“

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